- tut: Dreads pflegen

Das Wichtigste: Die Dreadpflege

 

Nachdem Ihr jetzt lange von Euren Freunden oder vielleicht vom Profi gedreadded
wurdet liegt es jetzt ganz an Euch Eure Dreads gut zu pflegen, damit sie schön
werden und vor allem: es bleiben!

Nach dem Dreadden habt Ihr zunächst
recht dicke, schwere und kurze Dreads – was zeigt, dass Eure Dreads gut gedreadded
sind – das ändert sich nach ein paar Tagen: Die Dreads werden wieder dünner,
stehen dadurch nicht mehr so stark vom Kopf ab.

 

Jetzt treten allerdings solche Probleme
auf wie sich öffnende Ansätze oder sogar Spitzen (wenn am Anfang ohne
Gummis gearbeitet wurde oder keine runden Spitzen gemacht wurden). Um all das
wieder in den Griff zubekommen, braucht Ihr unbedingt folgende Utensilien:

- Eine Häkelnadel oder Filznadel

- Kleine Haargummis / Zahnspangengummis

 

Dazu könnt Ihr dann noch für
ein perfektes Ergebnis folgendes einkaufen:

- Kieselerde (in Pulverform)

- Wolle

 

Ich rate sehr davon ab folgende,
angeblich Filz fördernden Mittel zu benutzen:

 

- Bienenwachs (oder auch “DreadWax”) >> Riecht komisch
und klebt die Haare vielleicht zusammen – aber stoppt den Filzprozess.

 

- Kernseife >> Stinkt noch mehr und fettet nach dem Waschen wieder.
Macht glänzende Dreads à Wer’s mag ;)

 

- Irgendwelche Lebensmittel >> Wer sich Eier oder sonst was in
die Haare schmieren will, mag wahrscheinlich Schimmel oder kleine Tierchen.
Absolut nicht zu empfehlen!

 

- Waschmittel >> Wer sich mit Waschpulver die Dreads wäscht
mag vielleicht sehr verfilzte Haare bekommen, allerdings ist die Gefahr, das
die Dreads entweder einfach ausfallen (da sie nach dem Waschen sehr leicht brechen!)
oder die Kopfhaut so geschädigt wird, dass man die Dreads abrasieren muss!

 

- Irgenwelches Zeugs, das niemand je ausprobiert hat >> Wenn Ihr
es unbedingt ausprobieren müsst, weil Ihr denkt, es könnte was bringen:
Versucht’s vielleicht an einer Dread aus, aber nie am ganzen Kopf. Trotzdem
rate ich davon ab irgendwas einfach auszuprobieren – wir kennen genügend
Dinge, die wirklich helfen!

 

Nun kommen wir endlich dazu, was Ihr mit den empfohlenen Mitteln machen könnt…

Mit einer Häkelnadel der stärke
1.5 bis 2 könnt ihr wunderbar lose Haare (Fusselhaare) in die Dreads häkeln
oder auch die Spitzen / Enden abrunden. Je kleiner die Häkelnadel ist,
desto mehr arbeit ist es mit ihr lose Haare einzuhäkeln, aber umso besser
ist das Ergebnis (wenn man weniger Haare einhäkelt, so hält das ganze
besser).

 

1. Wie häkel’ ich meine Spitzen zu runden Dreads zusammen?

- Ihr nehmt Euch die Spitze zur Hand.

 

- Zwirbelt die Haare ein wenig zusammen, damit Ihr sie leichter auf die Nadel
bekommt.

 

- Steckt jetzt die Häkelnadel durch den Bereich, der gedreadded ist (sprich
über der offenen Spitze in die Dread stecken).

 

- Jetzt nehmt die Haare auf die Häkelnadel >> Tipp: Dreht sie einmal
um die Spitze der Häkelnadel herum, so kann sie fast nicht von der Nadel
rutschen.

 

- Zieht die Nadel jetzt durch das selbe Loch zurück, durch dass Ihr sie
vorher reingesteckt habt.

 

- Das ganze müsst ihr jetzt so oft wiederholen, bis Ihr keine Losen Haare
mehr an der Seite rausstehen habt.

Diese Methode ist die Beste, doch
teilweise recht anstrengend. Rechnet mit ein paar Stunden, für alle Dreads,
wenn Ihr ungeübt seit.

 

2. Wie bekomme ich lose Haare / Fusselhaare weg?

Im Grunde genommen müsst Ihr
hier genauso vorgehen wie bei den losen Spitzen.

 

- Wieder nehmt Ihr Euch die Häkelnadel
und die losen Haare zur Hand.

 

- Zwirbelt wieder die losen Haare zusammen.

 

- Steckt wieder die Häkelnadel durch die “richtige” Dread.

 

- Wickelt die losen Haare auf die Nadel und zieht die Häkelnadel wieder
aus der Dread.

 

- Und das jetzt mehrmals, bis alle Fusselhaare einigermaßen verschwunden
sind.

Wenn Ihr findet, dass ein paar
Fusselhaare das Aussehen der Dreads so sehr verschandelt, dann benutzt wachs
für ein paar lose Haare (trotzdem ist zu empfehlen, viele der Fusselhaare
zu häkeln).

 

3. Wie kann ich das Verfilzen der Haare beschleunigen?

Prinzipiell verfilzen alle Dreads
irgendwann Mal. Die einen schneller – die anderen langsamer. Trotzdem gibt es
meiner Meinung nach ein kleines “Wundermittel” um diesen Prozess zu
beschleunigen: Kieselerde!

 

Hier eine kurze Anleitung, wie die
meisten Dreadheads es machen:

 

- Kauft Euch Kieselerdenpulver (das
gibt’s mit und ohne Geschmack von der Firma “Abtei”).

 

- Holt Euch einen kleinen Becher o.Ä. und füllt ein wenig Pulver hinein
(z.B. drei – vier Esslöffel).

 

- Lasst ein wenig Wasser darauf tropfen und rührt gleichzeitig um, so seht
ihr, wann es “durch” ist.

 

- Sobald es eine richtige Pampe ist (sollte ziemlich dickflüssig sein),
könnt Ihr es in die Haare klatschen:

 

- Reibt die Dread vom Ansatz bis in die Spitze mit der Kieselerde-Wasser-Mischung
ein und macht dort viel von dem Zeug hin, wo die Dread nicht richtig verfilzt
ist (z.B. viel Kieselerde in die Ansätze).

 

- Wenn Ihr alle eingerieben habt, nehmt Euch ein Handtuch und wickelt Euren
Kopf darin ein. Der Grund dafür ist, dass Ihr sonst die ganze Bude mit
dem feinen Kieselerde-Staub einsaut und Euch Eure Eltern / Mitbewohner zum Putzen
verdonnern würden.

 

- Lasst die Kieselerde jetzt ca. 2 Stunden einwirken (lasst Euch für diese
Zeit was sinnvolles einfallen).

 

- Danach muss die Kieselerde wieder ausgewaschen werden:

 

- Nehmt ein empfohlenes Shampoo* und wascht damit Eure Dreads so lange aus,
bis alle Kieselerde-Rückstände raus sind.

 

- Jetzt könnt ihr nochmals ein Handtuch um den Kopf wickeln oder zum Trocknen
einfach einen Fön nehmen.

 

- Nachdem alles schön getrocknet ist, sollten die Dreads sich schön
filzig anfühlen (dieser Effekt hält länger an als bei Kernseife).

Wem diese Angelegenheit zu staubig
ist, der sollte es entweder im Freien (nur im Sommer natürlich) machen,
oder sein Badezimmer mit Folien auslegen ;)

 

4. Die richtigen Shampoos auswählen:

Auf vielen Dreadpages wird geschrieben,
dass alle Shampoos mit Conditionern schlecht für Dreadheads sind, was auch
ohne Zweifel stimmt, aber auf selben Pages wird gesagt, dass man ausschließlich
DreadShampoo benutzen sollte – das ist ein übles Gerücht.

 

Prinzipiell sind folgende Shampoos
geeignet für die Dreadpflege:

 

- Dreadshampoo >> Das
gibt’s in Afroshops oder bei “diversen” Dreadpages. Riecht allerdings
nicht wirklich schön und einen besonderen Effekt hat’s auch nicht.

 

- Kieselerdeshampoo >> Das Shampoo ist zwar einfacher anzuwenden
als KieselerdePulver, aber hat einen geringeren Effekt. Trotzdem riecht es gut
und hilft den Dreads sich wieder zu regenerieren.

 

- Totes Meer Salz-Shampoo >> Riecht meistens sehr gut, aber bei
mir haben die Dreads sich etwas komisch angefühlt nach dem Waschen. Vielleicht
nur bei diesem einen Anbieter.

 

- Entfettendes Shampoo (z.B. “Herbal Essences für Schnell Fettendes
Haar” oder ein Kräutershampoo aus dem Kaufland) >> Diese Shampoos
können Teuer sein (zumindest das von “Herbal”), aber mit ihnen
dauert es wenigstens länger, bis die Haare sich auch nur ansatzweise fettig
anfühlen. Beide von mir getesteten Produkte waren eigentlich vom Geruch
her gut.

 

- Anti-Schuppen-Shampoo >> Wenn es für schnell fettendes
Haar geeignet ist, dann könnt Ihr es gerne benutzen. Nur nicht jedem passt
der Geruch.

Alle Shampoos die da oben aufgeführt
sind, wurden schon von vielen Dreadheads benutzt und niemand konnte sich so
richtig beschweren. Trotzdem passt beim Kauf auf irgendwelche Chemischen Zusätze
auf, die Euch nicht “geheuer” sind.

 

5. Wie kann ich meine Ansätze
verbessern?

 

Es gibt eine Methode, die wohl die
am meisten verwendete ist und auch eine gute Erfolgsquote aufweist:

 

- Nimm’ einen Dreadansatz zwischen
den Mittel- und Ringfinger.

 

- Jetzt reibe den Ansatz auf der Kopfhaut im Kreis (immer nur in eine Richtung).

 

- Macht das ganze eine Zeit lang (2-3Minuten – danach habt Ihr die Hände
meist weh ;) ).

 

- Das ganze jetzt mit allen Ansätzen machen.

Danach sollten die Dreads wieder
ein Stück vom Kopf abstehen, was wieder beweißt, dass Ihr gut gearbeitet
habt. Es gibt zwar noch etliche andere Methoden, aber alle sehen etwas unschön
aus, leider.

 

6. Meine Dreads sind am Ansatz dicker als unten…

Das ganze gibt’s auch umgekehrt:
Spitzen dick, Ansatz dünn. Um das ganze in den Griff zu bekommen, könnt
Ihr folgende Methode benutzen:

 

- Nehmt Euch ein Wollknäull
und umwickelt die Ansätze oder Spitzen mit der Wolle, bis der Ansatz /
die Spitze ungefähr die Dicke der restlichen Dread(s) hat.

 

- Macht möglichst viel Wolle um die Haare (so, dass beinahe Eure Haarfarbe
nicht mehr rauszusehen ist), damit alles schön stramm sitzt und gut unter
der Wolle verfilzt.

 

- Wenn Ihr an der Spitze der Dread angekommen seit, dann Häkelt das Ende
der Wollschnur unter die schon umwickelte Dread.

 

- Ihr könnt jetzt die Wolle für ein paar Tage drin lassen, um ein
Maximum an Filz zu erlangen.

 

- Beim Aufmachen, versucht auf jeden Fall von der Benutzung einer Schere abzusehen,
damit könnt ihr aus Versehen ein Stück der Dread abschneiden!

Nach dieser ziemlich langen Therapie
sollten die Dreads einigermaßen gleich aussehen und auch recht gut verfilzt
sein. Lasst die Wolle auf keinen Fall länger als eine Woche drin!

 

7. Zeiträume, in denen ich mich um meine Dreads kümmern muss.

- Waschen >> Sollte
man nicht direkt nach dem Dreadden machen (mindestens eine Woche sollte man
Wasser und Shampoo fern bleiben). Wenn man mit Wachs hantiert hat, so kann oder
sollte man es versuchen auszuspülen, um nicht den Filzprozess zu unterbrechen.

 

- Kieselerde >> Wäre empfehlenswert es nicht zu oft zu machen:
Ein Mal im Monat ist OK.

 

- Wolle >> Liegt ganz daran, wie verfilzt und wie gleichmäßig
Eure Dreads sind.

 

- Häkeln >> Je nachdem, wie Eure Dreads aussehen, müsst
Ihr es täglich für zwei Stunden machen.

 

Ich hoffe sehr, dass ich hier nichts
wichtiges vergessen habe und für Verbesserungsvorschläge bin ich offen!

 

 

MaD BurB




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  1. 1
          christian schreibt am 05.09.2009 um 01:52 Uhr:

    hallo ;) danke für die ervolkreichen tips :)
    ich habe mir vor 2 mon dreads maqchen lassen doch vonn der kopfhaut stehen haare weg wie beckomme ich des wieder hin dass die stehen
    wie wasche ich meine haare mit kiselerde ??

  2. 2
          georg schreibt am 06.09.2009 um 16:24 Uhr:

    hab n freund von mir gefragt der des auch hatte,er hat gesagt dass des eigentlich super ist wenn sie solange noch abstehen,weil sie dann gut gemacht worden sind,aber um sie zum anliegen zu bringen ist die beste möglichkeit mit ner mütze oder so zu schlafen…ich mach mir in ein paar tagen auch welche,tut des sehr weh???
    des mit der kieselerde steht doch oben im text!

  3. 3
          burb schreibt am 06.09.2009 um 20:26 Uhr:

    ich sag nur: immer schön drehen…
    wie das geht: steht oben im Fließtext ;)

  4. 4
          Michi schreibt am 11.09.2009 um 18:04 Uhr:

    heey
    danke für die tipps sind wunderbar… die perfekte Anleitung!
    ich wollte noch fragen : wenn meine dreads etwas locker sind (sind noch nicht sehr alt) bringt es etwas wenn ich mit einer filznadel ein paar mal durchsteche um meine dreads zu festigen???

  5. 5
          burb schreibt am 21.09.2009 um 17:11 Uhr:

    Ich denke das hilft eher weniger… Feste Dreads heißen, dass sie auch fest zusammengefilzt sind. Und das braucht zeit – oder: Training!
    Immer schön die Haare aufm Kopf reiben!

  6. 6
          Anonymous schreibt am 10.03.2010 um 16:58 Uhr:

    also ich find das is auch eine schöne zusammenfassung… aber bei dem was man alles immer so iminet ließt benutzen die leute viel zu wenig die fils-/häkelnadel… das is ganz wichtig… ohne gehts net… oder ihr wollt viele rausstehende haare aus den dreads O.o


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