ALDI-Mitbegründer Theo Albrecht ist tod
Vor vier Tagen, am Tag des Loveparade-Unglücks, ist Theo Albrecht von uns gegangen.
Die beiden Brüder Karl und Theo Albrecht formten aus dem elterlichen Lebensmittelgeschäft den größten Lebensmittel Discounter in Deutschland. Ab 1960 hießen die Geschäfte “Albrechts Discount” bzw. kurz: AlDi. Dieser Name ging um die Welt und eroberte mit seiner großen Auswahl und dem perfekten Preis- / Leistungsverhältnis eine ganze Nation.
Produkte, ohne teure Markennamen, aber trotzdem Qualitativ sehr hochwertig; Schnelle und viele Kassen und Kassierer(innen); Wechselnde Wochenangebote – all das sind Dinge, die Theo und Karl Albrecht in ihre Filialen brachten. Sie folgten damit einem lange gesuchten Ideal: Billig, schnell und trotzdem gut. Aldi macht keine Fernseh- oder Radiowerbung, hat keine pompösen Filialen oder wirbt mit anderen, teuren Mitteln – wofür auch: die Tragetaschen mit dem großen, bunten “A” (welche übrigens vom Kunden gekauft werden müssen, also kein reines Werbematerial sind!) waren viele Jahre über überall auf den Straßen Deutschlands zu erspähen.
Mit einem geschätzten Vermögen von 16,7 Milliarden Euro war Theo Albrecht bis zu seinem Tod am 24.07.2010 die zweit-reichste deutsche Person. Doch kaum ein Foto existiert von diesem Unternehmergenie. Die letzten Fotos: Jahrzehnte alt – die Zitate aus dem Jahr 1971 antiquiert. Aber diese Zurückhaltung gegenüber den Medien kam nicht von ungefähr: Bis zur Zahlung einer Lösegeldsumme von 7 Millionen Mark wurde Theo Albrecht im Jahr 1971 entführt. Vor dem Firmensitz in Herten (Kreis Recklinghausen, NRW) lauerten zwei Männer dem schon damals reichen Albrecht auf und verschleppten ihn für insgesamt 17 Tage.
Erst heute wurde bekannt, dass Albrecht am Samstagnachmittag verstorben ist. Er mied stets die Öffentlichkeit und vertraute auf seine Familie. Nach einem Sturz verbrachte der 88-Jährige im Sommer des letzten Jahres einige Zeit in einem Krankenhaus. Danach war er ein Pflegefall und starb, vermutlich, an den Spätfolgen des Sturzes.
In den Büros seines Unternehmens soll er regelmäßig die Lampen ausgeschaltet haben, um die Energiekosten zu senken. Das und die Tatsache, dass er nicht prahlte und protzte (im Gegenteil: sein Haus ist mit meterhohen Hecken “sichtgeschützt), zeigt, dass Albrecht stets ein bodenständiger Unternehmer war. So teilte sein Unternehmen am Mittwoch mit, man trauere um einen Menschen, der „gegenüber seinen Geschäftspartnern und Mitarbeitern bescheiden auftrat und sie immer mit großem Respekt behandelte“.
Theo Albrecht wurde auf dem Friedhof Essen-Bredeney – in seiner Heimatstadt, in der ihn kaum einer anders als “einer der Aldi-Brüder” kennt.










