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Monatsarchiv für November 2009

 
 

Telefonstreiche

Ich finde es immer toll, wenn man unaufgefordert von irgendwelchen Callcentern angerufen wird.

 

Ob das eine Scheinfirma ist, die mir ein Abo im Gesamtwert von 400€ einfach so schenken möchte (*lach*) oder ob das O2 ist, die mir gerne einen neuen Vertrag aufschwatzen möchten, ohne dass ich Details kenne.callcenter3

 

 

Heute nun hat dann bei mir die Nummer “0800 1063106″ angerufen.

 

Eine Frau wollte einen Herrn sprechen, dessen Nummer sie im Internet hatte.

 

Was genau sie wollte, hat sie mir nicht gesagt. Nur komisch, dass meine Nummer nicht im Internet steht – und schon 3 Mal nicht mit dem von ihr genannten Namen. Und ganz gewiss habe ich diese Nummer irgendwo bei einer Registrierung angegeben.

 

Das ist ja alles nichts neues.

 

 

 

Meine Frage ist allerdings:

 

Wie treudoof können Menschen sein, die in solchen Callcenter arbeiten. Ohne einen Gedanken darauf zu verschwenden, woher man die Daten wirklich hat.
Oder wie skrupellos können Menschen sein, die alten Damen  auf der Straße – zwischen Tür und Angel – Abos verkaufen. Sie werben mit “Kostenlos” und “nur einen Zettel ausfüllen” – ohne, dass es wirklich so ist.

 

 

Egal, womit Ihr Eure Brötchen verdient: DENKT NACH, verdammt!

Zwei Dinge: 1. Umzugkartons für schlechtes Deutsch 2. I’m On A Boat!

Ich weiß: kleine Fehler geschehen schnell. So wohl auch hier, im Hela Profizentrum in Bitburg:

 

Es fällt auf, oder? © Hela Bitburg

Es fällt auf, oder? © Hela Bitburg

 


 

“Hey, look at me motherf*cker, I’m standing on a boat!” , The Lonely Island

 

Ich möchte hiermit auf das pervers lustige Video von “The Lonely Island” hinweisen:

 

 

Ich würde mir seeeehr wünschen, dass dieses Lied demnächst in meinen Stammkneipen und -Dissen läuft. Zumindest für den außerordentlich seltenen Fall, wo ich dort Mal einschlage.

 

McDonald’s pusht das Image – Restaurants werden grün

Spätestens seit dem spektakulären Selbstversuch im Film “SuperSize Me”  von Morgan Spurlock ist McDonalds unter starkem mediellen Beschuss.

 

Nach Sanierungen in einem Großteil der rund 1350 deutschen Filialen, verfolgt die Fastfood-Kette einen neuen Trend:

“Nach dem weitgehenden Abschluss der Umbauten und Modernisierungen der Restaurants im Innenbereich kommt nunmehr die Außengestaltung dran, mit viel Grün statt Rot”, sagte Holger Beeck, Vizechef McDonald’s Deutschland, der Financial Times Deutschland (FTD).

 

Wo die Krombacher-Brauerei mit ihrer Regenwaldstiftung für verschiedene Projekte in gebeutelten Gebieten in Zentralafrika hilft, will die McDonald’s-Kette mit einem neuen “McCafé”-Image werben.

 

Wo hier in der Region das “McCafé”-Konzept keinerlei Zustimmung und Kundschaft findet, sollen an teuren Standorten im nächsten Jahr rund 40 neue Filialen entstehen. Darunter auch ein alleinstehender Pilot-”McCafé” – ohne Burger, sondern mit Gebäck und Kaffee.

 

Versuchen wir es uns vorzustellen:

 

Na? So könnte demnächst der McDonald's am Messepark Trier aussehn!

Na? So könnte demnächst der McDonald's am Messepark Trier aussehn!

 

Beep Baseball – Baseball für Blinde

wolfpack

Der tönende Baseball wurde von einem Sehbehinderten getroffen

 

Ich möchte mir nicht vorstellen, wie schlimm es ist nichts zu sehen. Sich auf Geräusche verlassen, sich auf Hilfsmittel oder andere zu verlassen.

 

Die Jungs, die sich am sogenannten “Beep Baseball” versuchen, sind Blind. Von Geburt an oder erst im Laufe Ihres Lebens.
Sport ist so gut wie unmöglich. Wer fährt schon gerne Fahrrad, ohne zu sehen, wo hin die Fahrt gerade geht? Wer läuft schon gerne im Park, ohne zu wissen, ob nicht ein Baum im Weg ist?

 

“Beep Baseball” nennt sich der Sport für Blinde und Sehbehinderte.
Ebenso wie der Baseball selbst, erzeugen die verschiedenen Bases (die Anlaufstellen nach erfolgreichem Treffer) Geräusche, welche die Spieler locken.
Es ist eine Herausforderung und ein Sport für diese Menschen. Ein Stück mehr Leben…

 

 

Hier ein kleines Video dazu:

 



 

Der Tod wird (aus)geschlachtet

Schon der Tod von Michael Jackson, dem King of Pop, löste eine Tsunami-Welle in den Medien aus. Zunächst berichteten die Medien relativ sachlich über den Tod. Doch schon wenige Minuten später entstanden Berichte, die in Sondersendungen gezeigt wurden.

 

Michael Jackson hat einen Stern auf dem “Walk Of  Fame”, war zu Besuch im Weißen Haus und war mit rund 750 Millionen verkauften Tonträgern der kommerziell erfolgreichste Musiker seiner Zeit.

 

Es war relativ klar, dass mit seinem Tod der große “Reibach” gemacht werden musste. Die Meldungen überschlugen sich, die Titelzeilen wurden immer weniger wahrheitsgemäß und aussagekräftig – die Hauptsache war, dass der Name “Michael Jackson” darin vorkam.

 

Natürlich steigerte sein Tod die Einschaltquoten und den Absatz seiner Musik enorm. Schade, wenn man bedenkt, dass der Mensch von vielen der Amerikaner stets mit einem schiefen Blick angeschaut wurde.

 

Rund 18 Menschen nehmen sich pro Woche auf deutschen Bahnstrecken das Leben. Quelle: pixelio

Rund 18 Menschen nehmen sich pro Woche auf deutschen Bahnstrecken das Leben. Quelle: pixelio

Robert Enke, Sportler

Der am 10.11.2009 verstorbene Robert Enke hat scheinbar das gleiche Potenzial – wenn auch nur national.
Er hatte einen Bekanntheitsstatus – keine Frage. Als ewige nummer Zwei war er jedoch bis jetzt bei Weitem nicht mit Glück und Öffentlichkeitsinteresse gesegnet.

 

Doch kaum nahm er sich tragischer Weise an einem Bahnübergang bei Elivese das Leben, wurden die Medien in jeglichen Branchen tätig: Sondersendungen wurden gezeigt, große Zeitungs- und Internetartikel wurden veröffentlicht – hiernach folgten Kommentare der deutschen Prominenz und der Fußballfans, die sich bestürzt über den Tod des Ersatztorhüters der deutschen Nationalelf äußerten.

 

Schienensuizid

Doch wer berichtet über die anderen Suizidunfälle auf deutschen Bahnstrecken? Rund 18 Suizidversuche wurden durchschnittlich pro Woche gezählt. Trotzdem schwiegen bislang die Medien darüber.

 

Durch dieses Nicht-Erwähnen sank die Anzahl der Selbstmorde auf Bahnstrecken und eine Konfrontation der Fahrgäste mit dem „Tod am Bahngleis“ wurde stets vermieden.

 

“In Wien gibt es seit über 10 Jahren ein „Gentlemen´s-Agreement“ zwischen den lokalen Medien und den Wiener Verkehrsbetrieben. Seit nicht mehr über Suizide in der Wiener U-Bahn berichtet wird, ist die Zahl der Selbstmorde um rund 50% gesunken. Auch im Pressekodex des deutschen Presserats verpflichten sich die Printmedien zu einer „zurückhaltenden Berichterstattung“ bei Suiziden – wenn das öffentliche Interesse an einem solchen Fall allerdings auch eine wirtschaftliche Komponente beinhaltet, gelten derlei hochmoralische Schwüre in der modernen Presselandschaft allerdings offensichtlich nicht mehr.”

 

So heißt es bei SPIEGELFECHTER.com

 

Wer berichtet über den Lokführer? Wer berichtet über den Notarzt, über die Rettungskräfte oder über das Wartungspersonal der Bahn? Welche Presseagentur wagt sich und schreibt über den Tod eines Jungen, der sich für den Freitod auf einer Bahnstrecke  entschieden hat?

 

Niemand.

„Der Zug von X nach Y hat zwei Stunden Verspätung“, so lautete vermutlich auch die Durchsage zu dem Zug, der Robert Enke erwischte. – Und es wurde nicht geschwiegen. Hier wurde eine große Welle geschlagen und der Suizid eines prominenten Deutschen gelangte auf die Titelseiten.

 

Das entgegen des „Gentlemen’s Agreement“. Hätte es nicht gereicht zu schreiben: „Robert Enke, Nationaltorwart, wurde heute von einem Zug erfasst.“?

 

Oh nein! Das wirtschaftliche, profitgierige Denken der Medienkonzerne hat sicherlich einer solch kurzen Postum-Berichterstattung den Garaus gemacht.

 


“Interessante” Links zum Thema:

SPIEGELFECHTER – Der Freitod eines Torwarts und die Ethik

FOCUS – SUIZID: Die Lok hochheben – ein Bericht über einen Lokführer

FOCUS – Robert Enke – Der Tod, der Müll und die Quote

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